SALZBURG
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➔ Aiglhof
Die Aiglhof-Siedlung liegt innerhalb des historischen Stadtrasters von Salzburg in Neu-Maxglan, nahe Mülln und Lehen. Trotz ihrer dichten Bebauung bietet sie Schutz und Privatsphäre und wird als eigener kleiner Stadtteil wahrgenommen. Sie entstand auf den Aiglhoffeldern an einer der befahrensten Straßen Salzburgs, nahe der Sonderschule Aiglhof und des Landeskrankenhauses.
Bereits 1924 gab es Pläne für eine große Wohnsiedlung mit 8.000 Wohnungen, doch aus Geldmangel wurde sie nie realisiert. Stattdessen setzte die „Neue Heimat“ später ein Gartenstadtkonzept in kleinerem Maßstab um, das die natürliche Umgebung mit der Bebauung verband.
Nach dem Anschluss Österreichs 1938 verschärfte sich die Wohnungsnot. Zwischen 1939 und 1941 wurden drei Siedlungen für Südtiroler Umsiedler und Wehrmachtsoffiziere errichtet: Aiglhof I, II und III. Berühmte Schriftsteller wie Thomas Bernhard und Karl-Markus Gauß haben hier gewohnt. Karl-Markus Gauß beschrieb die Siedlung in seinem Buch Das Erste, was ich sah.
➔ Weichselbaumsiedlung
Die Weichselbaumsiedlung im Stadtteil Parsch hat gediegenen Villen-Charakter. Am Eingang zum Wohngebiet befindet sich die Kirche der Pfarre Parsch des Missionsordens „Zum Kostbaren Blut“. Es ist der erste Kirchenbau der Arbeitsgruppe 4 (F. Kurrent, W. Holzbauer, J. Spalt, O. Leitner), die von Clemens Holzmeister noch während des Akademiestudiums mit dem Kirchenbau beauftragt worden war. Es ist ein revolutionärer Bau, da der Altarraum bereits 1956 vor dem Vatikanischen Konzil dem Kirchenvolk zugewandt war. Die Gewölbe und Säulen stammen ursprünglich vom Bauernhof, der im Ostteil abgebrochen und durch das vorgezogene Pultdach und dem Glockenraum ergänzt wurde. Die künstlerische Gestaltung der Glasfenster geht auf Josef Mikl, die Portale auf Oskar Kokoschka und die Kreuzigung auf Fritz Wotruba zurück.
Die Siedlung selbst wird von der Fadingerstraße und der Rettenbacher Straße erschlossen, die beidseitig von Wohnzeilen begleitet wird. Dadurch entstehen zwei große grüne Innenräume, die durch einen Raster von niedrigen Einzelwohnhäusern auf kleinen Parzellen durchzogen werden. Die Wohnbebauung ist zwei- beziehungsweise dreigeschossig. Besonderer Blickfang ist das Haus mit dem zweigeschossigen Erkerturm, der innen die Funktion des Treppenhauses übernimmt. Die Siedlung verfügt über eine unerwartet hohe Wohnqualität, die vor allem durch die Kombination von Randbebauung, Grünraum und durchlässigem Wegenetz bestimmt wird.